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Hund statt Wildschwein erschossen

Jäger darf WBK trotz "Fehlschuss" behalten

Kein Widerruf der Waffenbesitzkarte bei einmaligem, fahrlässigem Fehlverhalten

Aufgrund einmaligen fahrlässigen Fehlverhalten eines Jägers darf die Behörde nicht auf künftiges missbräuchliches oder leichtfertiges Handeln schließen.

Im November 2009 erschoss ein Jäger aus dem Landkreis Kaiserslautern auf einem Waldweg den Hund eines Spaziergängers. Die Kreisverwaltung Kaiserslautern erkannte hierin eine "Waffenrechtliche Unzuverlässigkeit und entzog dem Jäger aufgrund dieses Vorfalles die Waffenbesitzkarte.


Das durchgeführte Widerspruchsverfahren verlief erfolglos und der Jäger klagte vor dem Verwaltungsgericht in Neustadt.

Der Waidmann führte aus, er sei sich seinerzeit sicher gewesen, auf ein Wildschwein zu schiessen. Dieses konnte ein zweiter Jäger bestätigen, der ihn auf der Jagd begleitet hatte. Auch sei der Hund nicht angeleint gewesen und wechselte auf dem Waldweg mehrfach hin- und her. Beide Jäger waren seinerzeit davon ausgegangen, dass es sich bei dem Tier um ein Wildschwein gehandelt habe. Auch sei bei der Schussabgabe ein sicherer Kugelfang vorhanden gewesen.

Im Ergebnis gab das Verwaltungsgericht der Klage statt und hob die Entziehung der Waffenbesitzkarte auf. Nach der Ansicht des Gerichtes lasse sich aus dem einmaligen fahrlässigen Fehlverhalten nicht schliessen, dass der Jäger in Zukunft Waffen oder Munition missbräuchlich und fahrlässig verwenden werde und deshalb eine waffenrechtliche Unzuverlässigkeit vorläge.Der unglückliche Zwischenfall werde dem Waidmann vielmehr als Mahnung dienen, künftig bei der Jagdausübung das Wild noch gewissenhafter anzusprechen.

(Verwaltungsgericht Neustadt, Urteil vom 23.08.2012, -5 K 504/12.NW -)